Farbe bekennen – Sprüherei in Alt-Treptow

Untenstehendes Dokument des Kiezalltags ist herzallerliebst. Der Putzwütige ist sehr darauf bedacht, das sein kleines Spießerdasein eine reine Weste behält. Nun kommt man zwar mehrheitlich aus Kreuzberg – aber die wilden Jahre sind definitiv vorbei – wenn man nicht sowieso schon angepasst zur Welt gekommen ist. Er muss – er kann nicht anders: „Fort mit dem Graffiti. Hinfort.“ Tage vorher hat wer die weiße Wand seiner Baugruppe KarLoh beschrieben: „Baumgruppen statt Baugruppen“. Dem stimmen wir vorbehaltlos zu.

Schmierfink

Schmierfink

Auch auf der Karl-Kunger-Straße 48 haben wir ein weiteres Graffiti entdecken können. Hier wird sehr apart auf eine Baugruppe verwiesen, die möglichst gerne unsichtbar bleiben will. Man solle nicht über sie berichten, „Weil wir wollen nicht das hier im Kiez Sozialneid entsteht“ so O-Ton eines Baugruppenmitgliedes. Das die Nachbarn sie zum Teil nicht mögen ist ihnen bisher entgangen – vielleicht erfahren sie es jetzt auf diesem Weg:

Privatzoo

Privatzoo

Aber nun hat es auch andere muffige Investoren in den Kiez gezogen. Da will man sich natürlich nicht lumpen lassen. Bei schlappen 2750,- € den Quadratmeter bei der größten Baugruppe Berlins, „Wohnen am Hochdamm“ trumpft man noch einmal auf. Das Projekt „Elsengarten“  ist mit 3000,- € im Kiez präsent. Nachdem Karla Pappel öffentliche Besichtigungen ankündigte, haben sich die Investoren verschreckt in die Privatheit zurück gezogen. Auch sonst sieht es nicht gut aus für den „Elsengarten“ aus. Da will schlicht kaum jemand freiwillig wohnen. Und das kommt auch deutlich rüber:

Baucontainer Elsengarten

Baucontainer Elsengarten

Und auch die letzte Dokumentation umtriebiger Graffitisprayer verspricht eine nette Nachbarschaft:

Oh, hier will ich wohnen...

Oh, hier will ich wohnen…

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