Zwangsräumung stoppen! Dienstag, 6.8. um 6.00 Uhr in Berlin-Wedding

Die Gerichtsvollzieherin hat sich für 7.00 Uhr angekündigt. Kommt
rechtzeitig und bringt Sachen zum Krach machen mit. Bringt eigene Ideen
mit um die Zwangsräumung zu stoppen, zu verhindern, zu erschweren!

Zwangsräumung ist die gewalttätigste Form der Verdrängung!

2010 zog die Wohngemeinschaft in die Dubliner Straße ein. 2012 wurde das
Haus an die italienische „Großvenediger GmbH“ verkauft. Diese engagierte
die Martina-Schaale-Hausverwaltung, die damit wirbt, dass sie
Mieterhöhungen und Räumungsklagen durchsetzt. Es folgten falsche
Betriebskostenabrechnungen, absurde Vorwürfe und mehrere fehlerhafte
Kündigungen. Jeder Versuch sich mit der Hausverwaltung zu einigen wurde
von ihr abgeblockt. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit gab das Gericht
der Kündigung statt. Kündigungsgrund war unerlaubte Untervermietung weil
das Gericht die WG nicht als WG ansah sondern als „Personenmehrzahl“.
Diese Absurdität führte schließlich zum Räumungstitel. Knapp die Hälfte
der Wohnungen des Hauses wurden bisher aufgehübscht und für die doppelte
Kaltmiete neuvermietet.

Was hat das mit mir zu tun?

5.000 Räumungsurteile gibt es jährlich in Berlin. 30.000 Menschen leben
in Notunterkünften, 10.000 auf der Straße. Aktuell sind von
Zwangsräumung bedroht: Alex, Cora, Diesel A, Habersaathstraße, Lene,
Meuterei, Munir, Oranien-Späti, Potse, Liebig 34, Reiche 73, Syndikat.
Und das sind nur unsere Freund*innen und von denen nur die, die es
öffentlich machen wollen. Laut einer Umfrage hat die Hälfte der
Berliner*innen Angst in den nächsten Jahren ihre Wohnung zu verlieren.

Aber gemeinsam können wir auch was reissen. Unzählige Mieter*innen
organisieren sich in Hausgemeinschaften, Leerstand wird besetzt,
Zwangsräumungen blockiert, Unterschriften zur Enteignung von „Deutsche
Wohnen & Co“ gesammelt. In Kreuzberg verhinderten Kiezinitiativen
weltweit zum ersten Mal einen Google Campus. Im April waren allein in
Berlin 40.000 Menschen auf der Mietenwahnsinn-Demo. Zeitgleich gab es
Protest in 19 deutschen und 22 europäischen Städten.

Dies alles hat dazu geführt, dass die Immobilienschweine Kreide
gefressen haben und die Politik einen Mietendeckel einführen will. Ohne
den jahrelangen Widerstand gegen hohe Mieten, Verdrängung und
Zwangsräumung wäre das nicht passiert. Wir bekommen nur das, wofür wir
auch kämpfen. Dabei ist kein Kampf verloren, alles fügt sich wie in
einem Mosaik zusammen.

Heute trifft es deine Nachbarinnen und Nachbarn, morgen kann es dich
treffen. Also, am 6.8. raus aus den Federn und auf die Straße!

Bündnis Zwangsräumung verhindern
Kundgebung Dienstag, 6.8.2019, 6.00 Uhr Dubliner Str. 8, 13349 Berlin-Wedding

berlin.zwangsraeumungverhindern.org
zwangsraeumungverhindern@riseup.net
Telefon (Fr. 10-13 Uhr): 0152 19 33 87 32

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